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Verzeichnis der Nachernte-Insekten

Gemeiner Speckkäfer

Wissenschaftlicher Name: Dermestes lardarius L.

Ordnung
Käfer
Klassifizierung
Sekundär
Inkubation bei 20 C
7-12 Tage
Inkubation bei 30 C
4-6 Tage

Beschreibung

Dermestes lardarius (L.), der Gemeine Speckkäfer. Die Adulten messen 7–9 mm und sind länglich-oval, mit dichter Behaarung des Integuments. Die Oberseite zeigt auf der basalen Hälfte der Flügeldecken eine charakteristische geschwungene, sandfarbene Binde, die von drei kleinen schwarzen Flecken durchsetzt ist. Die Unterseite ist gleichmäßig mit grauer Behaarung bedeckt. Die Larven sind gelblich-braun, zylindrisch und dicht beborstet und erreichen bei Reife bis zu 20 mm.

Erkennung

Anzeichen eines Befalls durch Dermestes lardarius L. in gelagertem Getreide:

  • Larvenexuvien in Feinanteilen und entlang von Nähten, als Hinweis auf aufeinanderfolgende Häutungen.
  • Larvenbohrungen in Körnern: runde bis unregelmäßige Perforationen, Fraßnarben, ausgehöhlte Karyopsen; mehr Bruchkorn und Feinanteile.
  • Pulveriger Kot, oft mit widerhakigen Larvenborsten gemischt, in Taschen, unter Krusten und nahe Wänden.
  • Lebende Stadien: borstiges, dunkelbraunes Larvenstadium mit terminalen Urogomphi; zweifarbige Adulte mit heller cremefarbener Binde auf den Flügeldecken.
  • Puppationsgänge in Holz, Dämmung oder harten Substraten; kleine runde Ausfluglöcher an Lagerstrukturen.
  • Aggregation bei proteinreichen Hotspots, z. B. toten Insekten oder tierischen Resten, teils mit lokaler Erwärmung und Fehlgerüchen.
  • Fänge in Fall- oder Sondenfallen an der Oberfläche, besonders in wärmeren Zonen.

Schäden

In gelagertem Getreide verursacht dieser Dermestide hauptsächlich Kontaminationsschäden. Lose Partien werden durch Exuvien, Kot und fragmentierte Insekten verschmutzt; die Rückstände sammeln sich zwischen den Körnern und an den Oberflächen der Zellen. Diese Fremdstoffe mindern die Hygiene und führen zu sichtbarer Verunreinigung der Ware. Reife Larven verlassen das Getreide häufig zur Verpuppung, bohren sich in benachbartes Holz oder Putz und legen kleine Gänge an, die Lagerstrukturen schwächen können. Die Folge ist eine durch Insektenreste und Kotflecken beeinträchtigte Getreidemasse mit zusätzlichem Risiko durch Larvengänge in angrenzenden Materialien.

Umgebung

Als synanthroper Vorratsschädling gedeiht Dermestes lardarius in Getreidespeichern, Silos, Lagerhäusern und Wohnhäusern und ist berüchtigt in Geflügelställen, wo organische Rückstände reichlich vorhanden sind.

Befallene Produkte

Verschiedene tierische Materialien wie Federn, Häute, Haare sowie Fleischprodukte wie Schinken, Speck, getrocknetes oder verarbeitetes Fleisch, zersetzende Lebensmittel, Käse und Wolle. Als Detritivore ernährt er sich von Insekten und Tierkadavern in gelagertem Getreide. Er kann auch bestimmte proteinreiche pflanzliche Produkte befallen.

Lebenszyklus

Der Speckkäfer (Dermestes lardarius L.) vermehrt sich über vollständige Metamorphose. Adulte sind positiv phototaktisch und starke Flieger, was eine schnelle Ausbreitung in Lageranlagen unterstützt. Nach der Paarung legen Weibchen Eier einzeln oder in kleinen Gruppen direkt zwischen gelagerten Waren ab. Aus den Eiern schlüpfen aktiv suchende Larven, die sich frei durch das Produkt bewegen und mehrere Stadien durchlaufen. Bei Reife suchen die Larven ein festes Substrat und bohren einen kurzen Tunnel, um eine Puppenzelle zu bilden, in der sich die freie Puppe entwickelt. Frisch geschlüpfte Adulte härten aus und verbreiten sich dann fliegend, um neue Partien zu besiedeln.

Geografische Verbreitung

Weltweit.

Ähnliche Arten

Der Speckkäfer unterscheidet sich von anderen morphologisch ähnlichen Dermestidae-Arten durch sein charakteristisches Elytrenzeichnungsmuster.

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