Verzeichnis der Nachernte-Insekten
Breithörniger Mehlkäfer
Wissenschaftlicher Name: Gnatocerus cornutus (F.)
- Ordnung
- Käfer
- Klassifizierung
- Sekundär
- Inkubation bei 20 C
- 6-10 Tage
- Inkubation bei 30 C
- 3-5 Tage
Beschreibung
Gnatocerus cornutus (F.), der Hornkäfer, weist einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf. Bei beiden Geschlechtern ist das Integument glänzend rotbraun. Die Männchen besitzen vergrößerte, hornartige Mandibelfortsätze – nach vorn aus der Kopfkapsel ragende, gehörnte Mandibeln –, die eine auffällige Mandibelbewehrung bilden. Den Weibchen fehlen diese Bildungen: Ihre Mandibeln sind unbewehrt und vergleichsweise kurz. Der Gesamthabitus ist glatt und poliert und betont die glänzende Kutikula.
Erkennung
Gnatocerus cornutus (F.), der Horn-Schwarzkäfer, ist ein Sekundärschädling von gelagertem Getreide und Mahlprodukten. Typische Zeichen:
- Unangenehmer muffig-ranziger Geruch der Ware.
- Ansammlung von feinem staubigem Kot und Siebresten; Verbacken/Verklumpen von Getreide oder Mehl und lokale Erwärmung.
- Sichtbare Stadien: Adulte 3-5 mm, rotbraun, abgeflacht; Männchen mit auffälligen Kopfhörnern und vergrößerten Mandibeln. Larven schlank, cremegelb, mit sklerotisierter brauner Kopfkapsel.
- Fraß an gebrochenen/beschädigten Körnern und Kleie; mehr Feinanteile und Bruchkorn an Oberflächen und Nähten.
- Exuvien, Kotpellets und Käferfragmente in Siebungen, an Maschinen und unter Sackstapeln.
- Sekundärer Schimmel und allgemeiner Qualitäts-/Hygieneverlust.
Schäden
Diese Art ist ein sekundärer Schädling gelagerter Getreide. Adulte und Larven schaben die äußeren Kornschichten ab und zielen auf protein- und stärkereiche Gewebe wie Kleie, Perikarp, Aleuronschicht und Keim. Der Fraß führt zu oberflächlichem Nagen, flachen Randgrübchen, Kantenfraß und feinem Kot; die Körner erscheinen staubig, mit ausgedünnter oder abgeplatzter Samenschale. Die Schäden sind nicht diagnostisch und leicht mit denen anderer sekundärer Tenebrioniden zu verwechseln. Folgen sind Gewichtsverlust, Qualitätsherabstufung, Kontamination mit Kot und Exuvien, höhere Anfälligkeit für Rissbildung und Schimmel sowie geringere Keimung in Saatgutpartien.
Umgebung
Ein synanthroper Vorratskäfer, der beheizte Innenräume in Mehlmühlen und Lagerhäusern bevorzugt, in denen Mehl, Futter und Waren tierischen Ursprungs gelagert werden; er überlebt den Winter nur in beheizten Räumen.
Befallene Produkte
Mehl, getrocknete Getreide, tierische Substanzen, Reis, Mais, Ölsaaten, Erdnüsse und Kakaobohnen.
Lebenszyklus
Gnatocerus cornutus (gehörnter Schwarzkäfer) hat einen holometabolen Lebenszyklus. Nach der Paarung legen Weibchen Eier zwischen gelagerten Waren ab. Aus den Eiern schlüpfen aktive, frei bewegliche Larven, die die Ware durchqueren und dabei kontinuierlich fressen. Die Entwicklung verläuft über aufeinanderfolgende Larvenstadien bis zu einem Puppenstadium, gefolgt vom Schlupf der Adulten. Adulte sind langlebig (etwa 7-12 Monate), fressen und sind flugfähig, was die Ausbreitung innerhalb und zwischen Lagerstätten unterstützt. Diese Art ist teilweise räuberisch und frisst opportunistisch tote oder lebende Insekten sowie andere tierische Proteine, was Fruchtbarkeit und Populationswachstum in befallenen Anlagen erhöhen kann.
Geografische Verbreitung
Weltweit.
Ähnliche Arten
Arten der Gattung Tribolium.
Langköpfiger Mehlkäfer (Latheticus oryzae).
Kleinäugiger Mehlkäfer (Palorus ratzeburgii).