Verzeichnis der Nachernte-Insekten
Dunkler Mehlkäfer
Wissenschaftlicher Name: Tenebrio obscurus F.
- Ordnung
- Käfer
- Klassifizierung
- Sekundär
- Inkubation bei 20 C
- 10-14 Tage
- Inkubation bei 30 C
- 4-6 Tage
Beschreibung
Tenebrio obscurus F., der Dunkle Mehlkäfer. Er ähnelt dem Mehlkäfer, ist aber meist von blasserem Braun. Die Körperlänge beträgt 12–18 mm. Im Adultstadium unterscheidet er sich durch eine dichtere Punktierung auf Kopf und Pronotum. Die Larven sind zylindrisch und bewegen sich aktiv in den befallenen Vorräten. Anfangs weiß, dunkeln sie allmählich nach und erreichen bei Reife 25–30 mm.
Erkennung
Anzeichen für Tenebrio obscurus F. in gelagertem Getreide:
- Gut sichtbare Stadien: große zylindrische sklerotisierte Larven („Mehlwürmer“) und dunkle längliche Adulte, oft aktiv in Oberflächenschichten, Nähten und Rückständen.
- Geruch: ausgeprägter ranzig-muffiger, teils phenolischer Taint von geschädigtem Getreide; manchmal vor Sichtung der Insekten. Die Insekten selbst können unangenehm riechen.
- Fraßschäden: Körner mit unregelmäßigem Nagen, Aushöhlung und pulverigem Inneren; mehr Feinanteile und Staub.
- Spuren: Kot, pelletierte Ausscheidungen, Larvenexuvien, tote Adulte und Puppenzellen in verbackenem Getreide oder weicher Verpackung.
- Sekundär: lokale Klumpen, warme Hotspots und Feuchtetaschen durch Stoffwechselaktivität.
Schäden
Die Schäden an gelagertem Getreide sind diffus und nicht diagnostisch. Larven und Adulte fressen opportunistisch an Bruchkorn, Feinteilen und Keim, schaben das Perikarp ab und tunneln flach in weicheres Endosperm. Zu erwarten sind allgemeiner Oberflächenfraß, unregelmäßige Kerben und teilweise Aushöhlung statt sauberer Perforationen wie bei primären Kornkäfern. Befallene Partien zeigen Zerkleinerung zu Mehl, reichlich bröckeligen Kot, Ansammlungen von Exuvien und toten Insekten sowie seidenfreie Verklumpung. Stoffwechselwärme und Feuchte fördern lokale Hotspots, Verkrustung, Schimmel und muffig-ranzige Gerüche. Folgen sind Trockenmasseverlust, geringeres Hektolitergewicht, Embryoschäden, ästhetische und hygienische Kontamination mit Fragmenten und Allergenen sowie Qualitätsherabstufung.
Umgebung
Hygrophil und scotophil, gedeiht er in feuchtem, schimmeligem Vorratsgetreide in dunklen, feuchten Anlagen - Getreidebehältern, Futtersäcken, Geflügeleinstreu, Scheunen, Mühlen, Silos, Lagerhäusern und Futtermittelwerken - und tritt häufig zusammen mit Tenebrio molitor auf.
Befallene Produkte
Getreide, feuchte und zersetzende Mühlenprodukte. Nicht degradierte Produkte, Tierfutter, Mehl, Kleie, Getreide, rohe Getreideprodukte, Cracker, Schlachthofabfallmehl, Federn und tote Insekten.
Lebenszyklus
Tenebrio obscurus (F.), der dunkle Mehlkäfer, ist holometabol. Weibchen legen 400-500 Eier und verstreuen sie lose auf gelagertem Getreide und anderen Waren. Nach dem Schlupf durchlaufen Larven mehrere Stadien, fressen an der Ware und erbeuten häufig andere Insekten (fakultative Prädation). Reife Larven verpuppen sich an der Oberfläche des besiedelten Substrats als freie exarate Puppen, ohne einen Kokon zu bauen. Frisch geschlüpfte Adulte, zunächst teneral, sklerotisieren, paaren sich und nehmen die Eiablage wieder auf, wodurch Wiederbefall vorangetrieben wird. Die vollständige Entwicklung vom Ei bis zum Adulttier dauert typischerweise 8-12 Wochen.
Geografische Verbreitung
Weltweit.
Ähnliche Arten
Mehlkäfer (Tenebrio molitor).