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Verzeichnis der Nachernte-Insekten

Glanzkäfer

Wissenschaftlicher Name: Nitidulidae

Ordnung
Käfer
Klassifizierung
Sekundär
Inkubation bei 20 C
6-12 Tage
Inkubation bei 30 C
4-6 Tage

Beschreibung

Glanzkäfer (Nitidulidae) sind kleine, dorsoventral abgeflachte, ovale Käfer, hellbraun bis schwarz, 2–4 mm lang. Die Flügeldecken sind häufig verkürzt und lassen die letzten zwei oder drei Hinterleibssegmente (Tergite) frei – ein charakteristisches Familienmerkmal. Die Flügeldecken zeigen oft eine kontrastierende Fleckung mit ein bis zwei gelben bis rotbraunen Flecken. Die Fühler enden in einer kompakten, dreigliedrigen Keule. Die Adulten sind sehr beweglich.

Erkennung

Anzeichen eines Befalls durch Nitidulidae (Glanzkäfer) in gelagertem Getreide:

  • Nadelstichlöcher und flache Fraßperforationen in Körnern; ausgefranste Ränder an gebrochenem oder keimgeschädigtem Getreide.
  • Zahlreiche aktive Adulte auf der Kornoberfläche und im Kopfraum, teils massenhaft, oft bei Licht und warmen Stellen.
  • Cremefarbene bis hellbraune Larven und Exuvien in Feinanteilen, besonders in feuchten, verbackenen, schimmeligen Taschen.
  • Kot und feiner Staub unter Krusten und an Fraßstellen.
  • Lokale Hotspots mit Verbacken, Kondensation und sichtbarem Schimmel-/Hefewachstum, begleitet von süßlich fermentativ-fruchtigem Geruch.
  • Erhöhte Fänge in Fallen nahe Leckagen, Verschüttungen und Bruchkornansammlungen.
  • Schnelles Oberflächenschwärmen nach Störung oder Freilegen des Getreides.

Schäden

In gelagertem Getreide sind Larven und Adulte opportunistische Mycetophagen und Saprophagen; die Schäden sind sekundär und oft nicht eindeutig. Larven graben kurze Gänge in schimmelverkrusteten Feinteilen, gebrochenen Körnern und feuchten Rückständen und hinterlassen Kot und Körperfragmente, die Partien kontaminieren. Gesunde, trockene Körner werden selten durchdrungen, doch bereits geschädigtes Getreide wird weiter abgebaut und die Verklumpung gefördert.

Durch ihre ständige Bewegung verbreiten Adulte Sporen von Schimmelpilzen, Bakterien und Hefen auf ihrer Körperoberfläche und im Kot, wodurch die Verderbnisflora im Silo verstärkt wird. Dies beschleunigt Hotspots, Fremdgerüche, Verfärbungen und Qualitätsherabstufungen und kann das Mykotoxinrisiko erhöhen, wenn toxinbildende Pilze vorhanden sind. Typische Befallsstellen liegen an Feuchtenestern, Leckagen und Bereichen mit Gärung oder Erwärmung.

Der wirtschaftliche Schaden entsteht weniger durch direkten Verzehr als durch Kontamination, Ausbreitung mikrobiellen Verderbs sowie Herabstufung von Qualität und Lagerfähigkeit des Getreides.

Umgebung

Bevorzugte Umgebung: warme, feuchte Standorte mit gärenden, zuckerreichen Substraten, in denen Hefen und Schimmelpilze gedeihen - reifende Früchte oder feuchte, schimmelige Getreideherde -, deren Gärungsflüchtige diese saprophagen, mycetophilen Käfer anziehen.

Befallene Produkte

Gelagertes Getreide, getrocknete oder frische Früchte, Blüten, Pilze und Aas.

Lebenszyklus

Glanzkäfer (Nitidulidae) sind holometabole Schädlinge von gelagertem Getreide. Nach der Paarung legen Weibchen Eier direkt auf oder in die Ware; die Fruchtbarkeit ist sehr hoch, mit bis zu 1.000 Eiern je Weibchen über 3-4 Monate. Aus den Eiern schlüpfen aktive, mobile Larven, die sich durch die befallene Partie verbreiten und sich zum Fressen in das Produkt eingraben. Die Entwicklung verläuft rasch über Larvenstadien zur Verpuppung und zum Schlupf der Adulten. Frisch geschlüpfte Adulte sind starke Flieger, besiedeln leicht Lagerstätten und breiten sich zwischen Partien aus. Die Kombination aus hoher Eiablagerate, guter Flugfähigkeit und kurzer Generationsdauer treibt unter günstigen Lagerbedingungen ein explosionsartiges Populationswachstum.

Geografische Verbreitung

Weltweit.

Ähnliche Arten

Andere Arten der Gattungen Carpophilus und Glischrochilus.

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